Archiv für Dezember 2011

Noch zur Konferenz in Frankfurt: Pecha Kucha „No Sexism“

Im November fand in Frankfurt die zweite Konferenz zu Bilanz und Perspektiven der antirassistischen Bewegung statt. Das Programm der Konferenz wurde entlang von sieben Schwerpunkten ausgerichtet, die Freitagabend zunächst in Bildervorträgen vorgestellt wurden.

In den Workshops des Schwerpunkts „No Sexism“ ging es einerseits darum, einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Diskussionen der letzten Jahre zu werfen: Medienberichte und politische Debatten drehen sich um „Zwangsprostitution“, „Zwangsehen“ oder „Kopftuchzwang“, und eine „fremde patriarchale Kultur“ wird gezeichnet, die häufig vollkommen anders scheint als die „westlich-demokratische Kultur“, in der Frauen vermeintlich gleichberechtigt sind. Die migrationspolitischen Auswirkungen dieser Debatten, wie verstärkte Migrationskontrollen, wurden beispielhaft – etwa an der Thematik der Heiratsmigration – diskutiert und die Selbstorganisation von Flüchtlingsfrauen Women in Exile aus Brandenburg stellte die dagegen oft ausgeblendete Situation von Flüchtlingsfrauen dar, um die Frage zu stellen, wie sich die Frauen mobilisieren und in antirassistische Arbeit einbeziehen lassen.

Das Pecha Kucha während des Konferenzbeginns – ein kurzer Bildervortrag, der aus 20 Bildern besteht, die jeweils 20 Sekunden gezeigt wurden – zur Vorstellung des Schwerpunkts „No Sexism“, das von hier gemeinsam mit Women in Exile & sisters & friends (Berlin/Brandenburg) vorbereitet wurde, ist nun als pdf-Datei ansehbar und nachlesbar. Die Datei findet ihr *hier* .

Demonstration in Gedenken an Mohammad Sillah

Samstag, 14. Januar 2012 | Remscheid Hauptbahnhof | 15:00 Uhr Kundgebung | 16:00 Uhr Demonstration

Für freien Zugang zu Gesundheitsversorgung – für die Schließung aller Sammelunterkünfte und Isolationslager

Anlässlich des fünften Todestages von Mohammad Sillah rufen wir zu einer Demonstration in Remscheid auf.

Mohammad Sillah, ein Flüchtling aus Guinea, starb am 14. Januar 2007. Mohammad, der damals in einem Remscheider Flüchtlingsheim lebte, wurde Anfang 2007 trotz starker Schmerzen vom zuständigen Sozialamt die Ausstellung eines Krankenscheins verweigert. Einige Tage später trug ihn ein anderer Flüchtling zum Krankenhaus, weil der Hausmeister des Heims keinen Krankenwagen rufen wollte. Drei Tage später wurde Mohammad nach Essen in eine Klinik verlegt, wo er starb. Die Stadt Remscheid bestreitet bis heute, dass Mohammad Sillah die ärztliche Versorgung verweigert wurde.

Mit der Demonstration wollen wir auf die Situation der Flüchtlinge in Remscheid und vor allem auf die gesundheitliche Unterversorgung hinweisen und den Protest der Flüchtlinge stärken. Seit Mohammad Sillahs Tod haben sie durch kontinuierlichen und hartnäckigen Protest stückweise ihre Isolation durchbrochen und Erfolge erzielt. Wir haben in den vergangenen Jahren in Remscheid erlebt, dass der Zusammenhalt der Flüchtlinge die Stadtverwaltung Remscheid dazu brachte, einige ihrer Zermürbungsinstrumente zurückzunehmen. So wurde durch den ersten offenen Brief der Flüchtlinge vom Januar 2009 die menschenverachtende Praxis des Sozialamtes Remscheid für die Öffentlichkeit sichtbar. Die Anwesenheitskontrollen finden nicht mehr täglich sondern wöchentlich statt, „im Regelfall“ gibt es Bargeld statt Gutscheine und Krankenscheine für drei Monate. *mehr*

Einen Bericht von der Demonstration am 14. Januar 2011 und weitere Informationen findet ihr hier

Der rote Punkt

Alle Besitzer_innen eines „Ticket2000“, „Ticket1000“, eines Semester-, Firmen- oder Bärentickets sind berechtigt, an Werktagen nach 19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ganztägig eine oder mehrere Personen kostenlos mitzunehmen.

Aktion „ICH NEHM DICH MIT!“ im VRR

Obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, wächst seit Jahren die Zahl der von Armut betroffenen Menschen. Viele Menschen müssen in unserer Region von Hartz IV oder Sozialgeld leben. Hinzu kommen weitere von Armut Betroffene, die z.B. eine niedrige Rente beziehen, einen Lohn bekommen, der kaum zum Leben reicht, oder die auf Unterstützung als AsylbewerberInnen angewiesen sind. *mehr*