Archiv für September 2012

Solidarität mit dem Protestmarsch: „United against Isolation!“

*** Kundgebung: Samstag | 15. September | 15.00 Uhr | Düsseldorf Hauptbahnhof (Bertha-von-Suttner-Platz) ***

Aufruf via Antirassistische Perspektive Mülheim/Ruhr

Am 19. März 2012 begannen Flüchtlinge in Würzburg eine neue Ära des Protestes gegen die für sie geltenden unmenschlichen Lebensbedingungen und das miserable Asylrecht in Deutschland. Ihre Forderungen lauten unter anderem:

  • Abschaffung aller Flüchtlingslager in Deutschland
  • Abschaffung der Abschiebegesetze – Abschiebung ist unmenschlich und dient nur den politischen und ökonomischen Interessen der Mächtigen
  • Abschaffung der Residenzpflicht

Der Protest verbreitete sich rasch in andere Städte; insgesamt gab es Protestcamps in neun Städten in vier Bundesländern. Seit dem 8. September ziehen die Streikenden in zwei „Karawanen“ von Würzburg nach Berlin, um den Protest dort gemeinsam fortzuführen. Gleichzeitig wollen sie auf ihrem Weg so viele Flüchtlingslager wie möglich besuchen, um mit den Menschen über ihre Ohnmachts- und Isolationserfahrungen in Deutschland zu sprechen und sie zu ermutigen, den langen Weg mit ihnen zu gehen.

Die Bustour des Protestmarsches der Flüchtlinge wird an diesem Samstag, dem 15.09.2012, die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf erreichen. Eine weitaus größere Gruppe geflüchteter Menschen läuft derzeit zu Fuß von Bayern über Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach Berlin.

Aus der Erklärung der streikenden Flüchtlinge:

„Wir mobilisieren bundesweit um Isolation zu brechen, gegen Abschiebungen und Lager, für die Schließung aller Heime und für die Befreiung von der Knechtschaft der Residenzpflicht in ganz Deutschland. (…) JETZT ist die Zeit aufzustehen, weil wir nicht länger passiv Zeugen des Todes eines von uns sein möchten, denn die unmenschliche Behandlung der Asylbewerber in Deutschland kann jeden von uns in den Tod treiben. (…) Wir verlassen die festgesetzten Grenzen und die für uns gebauten Käfige, da wir glauben, dass das Konzept, in Asylbewerberheimen zu leben, ungerecht ist. Wir überschreiten diese Grenzen, da wir glauben, dass diese Freiheit das kleinste Recht jedes Menschen ist, und wir werden uns gegen das Abschiebegesetz der Regierung widersetzen, denn diese Gesetze sind nur dazu da, der Regierung finanziell und politisch zu dienen. Es ist das Recht eines jeden Menschen, zu wählen, wo er lebt. Wir, stärker denn je und Schulter an Schulter, tun alles in unserer Macht stehende, um diesen Traum zu erreichen, und werden mit der Unterstützung anderer Asylsuchender in Berlin die Erfüllung unserer Rechte miterleben.“
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