Veranstaltung zum Thema Antiziganismus

via Antifaschistische Jugend Bochum

05.07.2012 | 20:00 Uhr | Bochum | Bahnhof Langendreer | Raum 6

Antiziganismus ist ein weit verbreitetes und aktuelles Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als „Zigeuner“ stigmatisiert, häufig kriminalisiert, diskriminiert und sind von gewalttätigen Übergriffen bedroht. Es scheint unmöglich, eine Beschreibung von Roma, also der Gruppe, die am stärksten von Antiziganismus betroffen ist, jenseits romantisierender oder ablehnender Stereotype zu finden.

Dennoch wird das Thema, abgesehen von Selbstorganisationen von Roma und Sinti, erschreckend wenig behandelt. Es mangelt an politischen und theoretischen Analysen. Das gilt auch für eine linke Kritik, die oft nicht über moralische Empörung hinaus geht. Einer tiefergehenden Kritik scheinen die angemessenen Begriffe zu fehlen. Im Input wird eine Einführung in die lange Geschichte und die gegenwärtigen Praxen des Antiziganismus in Europa gegeben. Danach wird versucht, mögliche Erklärungsansätze zu erläutern. Dabei werden die Stereotype nach ihrem Entstehungszusammenhang und ihrer Funktion bei der Herausbildung einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft hinterfragt. Die Kategorien „Arbeit“, „Nation“ und „Geschlecht“ nehmen hierin eine zentrale Rolle ein.

Markus End ist Mitherausgeber des Sammelbandes „Antiziganistische Zustände“ und promoviert in Berlin zu Semantiken des Antiziganismus.

Informations- und Mobilisierungsveranstaltungen zum No Border Camp

Dortmund: Kulturhaus Taranta Babu | Humboldtstraße 44 |
44137 Dortmund | 15. Juni 2012 | 19.00 Uhr
Bochum: Soziales Zentrum | Josephstraße 2 | 44791 Bochum |
23. Juni 2012 | 18.00 Uhr

Info- und Mobilisierungsveranstaltung
zum No Border Camp Köln/Düsseldorf 2012

Zehn Tage campen im Sommer mit Demonstrationen, kreativen Aktionen, Workshops, Diskussionen …: Vom 13. bis 22. Juli wird in Köln ein No Border Camp stattfinden, bei dem sich ein aktionistischer Fokus auf den Flughafen Düsseldorf als Scharnier der europäischen Abschiebemaschinerie richten wird.

Das Camp soll ein Raum sein, um sich gemeinsam und in verschiedenen Formen mit (Sammel-)Abschiebungen, Frontex, Antiziganismus, Alltagsrassismus und rechten Diskursen zu beschäftigen und Widerstand zu leisten, mit institutionellem Rassismus, den katastrophalen Lebensbedingungen von Flüchtlingen und Migrant_innen und den Kämpfen dagegen, mit (Neo-)Kolonialismus und Fluchtursachen oder der mörderischen Situation an den Außengrenzen und vielen weiteren Themen.
Auch möchte das Camp ein Ort sein, an dem Rassismuskritik, antifaschistische, feministische und kapitalismuskritische Perspektiven zusammen gedacht werden. Ein Ort, um miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Bündnisse einzugehen, in denen die Kämpfe von Flüchtlingen und *Persons of Color* mit denen rassismuskritischer *weißer* Menschen zusammenkommen.

Der Mobi-/Infoabend soll einen Einblick in die Themen und Ziele des No Border Camps geben sowie den aktuellen Stand der Campplanung und Beteiligungsmöglichkeiten vorstellen.

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Information and Mobilisation Evening
on the No Border Camp Cologne / Düsseldorf 2012

Ten days of camping in the summer, with demonstrations, creative actions, workshops, discussions …: From 13 to 22 July, a No Border Camp will take place in Cologne, during which, among other things, actions will focus on the airport in Düsseldorf as a hub of the European deportation machinery.

The camp is intended to be a space to deal together and in various forms with, and to resist, (collective) deportations, Frontex, antiziganism, everyday racism and far-right discourses, institutional racism, intolerable living conditions of refugees and migrants and their struggles against them, (neo-)colonialism and reasons of flight as well as the murderous situation at the external borders and many other subjects.
In addition, the camp is meant to be a place where antiracism, antifascist and feminist perspectives and critical perspectives on capitalism are thought together. A place to enter into conversation with one another and form new alliances, where struggles of refugees and *people of colour* meet with those of racism-critical *white* people.

The mobilisation / information evening intends to provide some insight into the topics and aims of the No Border Camp as well as in the current state of the planning for the No Border Camp and possibilities of participation.

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Présentation des informations
concernant No Border Camp Köln/Düsseldorf 2012

Dix jours de campement en été avec les démonstrations, actions créatives, ateliers, discussions …: Du 13 au 22 juillet un No Border Camp va se dérouler à Cologne, pendant lequelle un fokus d‘actions sera dirigé contre l‘aéroport international de Düsseldorf, qui est la charnière de la machinerie d‘expulsion européenne.

Ce campement sera un lieu pour se former et s‘engager ensemble sous différents formes contre: expulsions de masse, FRONTEX, l‘antiziganisme, le racisme ordinaire et les discours d‘extrême droite, le racisme institutionnel, les conditions de vie catastrophique des réfugié(e)s et des migrant(e)s et leurs combats, (néo-)colonialisme, les causes de l‘émigration, la situation meurtrière aux frontières extérieurs ainsi que sur beaucoup d‘autres sujets.
Le camp se veut là ou l‘on traite ensemble la critique sur le racisme, les perspectives antifascistes, féministes et anticapitalistes. Un lieu qui peut renforcer un échange mutuel et faire naître des nouvelles alliances, où les combats des réfugié(e)s et des *personnes de couleur* rencontrent ceux *de peau blanche* qui critiquent le racisme.

La soirée d‘information doit être un aperçu sur les thèmes et les buts de No Border Camp ainsi que sur les planifications actuelles du camp et sur les possibilités de participation.

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Kontakt (Ruhrgebiets-AG zum No Border Camp): ruhrgebeat[at]riseup.net
Weitere Informationen: Website des No Border Camps

Veranstaltungsflyer (Deutsch/Englisch – Deutsch/Französisch):
Info- und Mobilisierungsveranstaltung

Informationen für nEUbürger_innen

Der freundeskreis nEUbürger und roma in Dortmund hat einen Informationsflyer in mehreren Sprachen erstellt, der auf Bulgarisch, Deutsch, Rumänisch und Türkisch Versorgungs- und Beratungsangebote zusammenfasst, die für Zugewanderte aus Rumänien und Bulgarien zur Verfügung stehen.

Hier der Flyer zum Download:

Deutsch
Български (Bulgarisch)
Română (Rumänisch)
Türkçe (Türkisch)

Der Flyer enthält im Wesentlichen Angebote für den Zugang zu (Über-)Lebensnotwendigem wie medizinischer Versorgung für die Zuwanderer_innen. Denn auch wenn mittlerweile eine Reihe von Gerichtsentscheidungen (u.a. zu finden in der Datenbank des Informationsverbunds Asyl & Migration) und Stellungnahmen sagen, dass ein Leistungsausschluss der EU-Bürger_innen nicht europarechtskonform ist, bleiben der Ausschluss von Sozialleistungen und die Diskriminierung der Migrierten alltäglich. Meistens fehlen mit Sicherheit die Ressourcen, um auch nur zu versuchen, sich zu wehren. Diffamiert und ausgegrenzt werden die Zugewanderten zu Empfänger_innen von Almosen gemacht.

Der europaweite Antiziganismus, die stereotype Wahrnehmung und mehrheitsgesellschaftliche Ablehnung von Roma und Sinti, äußert sich so nicht nur in seinen aktuellen Höhepunkten wie in osteuropäischen Ländern, in denen Aufmärsche oder Pogrome gegen Roma stattgefunden haben. Auch in den Staaten Westeuropas wie Italien, Frankreich oder hierzulande werden die Zuwanderer_innen aus Rumänien und Bulgarien, die allgemein als Roma betrachtet werden, auch wenn sie sich teilweise der türkischen Minderheit Bulgariens zurechnen, beharrlich diskriminiert und vielfach in populistisch-rassistischen Kampagnen unter Pauschalverdacht gestellt. Gerade Dortmund hat sich durch repressive polizeiliche und ordnungsbehördliche Strategien ausgezeichnet; rassistische Äußerungen wurden zur Normalität in der Lokalpolitik. Daher wird sich, nachdem sich hier im letzten Jahr lokalpolitisch Ressentiments, häufig mit Unterstützung der Medien, ungehindert entladen konnten, für ein besseres Leben der trotz Hetzkampagne und Vertreibungspolitik Hiergebliebenen sicherlich noch vieles ändern müssen.

Schönes Wetter

… und das Viertel um die Europäische Zentralbank (EZB) tagelang weiträumig abgesperrt, Platzbesetzungen trotz massiver Polizeipräsenz, erfolgreiche Bankenblockade durch die Polizei nach Verbotsorgie und Notstandsprogramm angesichts der angekündigten Protesttage und 30.000 Menschen auf der Demonstration in Frankfurt am Samstag gegen die Krisen- und Verarmungspolitik der Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfond, auf der es auch einen Block zu Flucht und Migration und dabei unter anderem zu Fluchtursachen wie Landgrabbing gab.

Mehr unter Blockupy Frankfurt


„Bankraub statt Landraub“ am Samstag


Räumung des Römer am Donnerstag

On the move

Euromayday 2012 in Bochum *mehr*

30.03.: Aktionstag gegen Abschiebungen innerhalb Europas

Dublin II kippen – innereuropäische Abschiebungen stoppen
An den Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München

30.03.2012 | 17:00 Uhr | Düsseldorf Flughafen | Terminal B | Abflughalle

Dublin II bedeutet, sie spielen Fußball mit uns, schießen uns von einem Land ins nächste, sie spielen mit uns und verschwenden unsere Zeit.
(Jugendlicher aus Afghanistan, vor der Abschiebung nach Ungarn durch halb Europa geflohen)

Vom Flughafen Düsseldorf und anderen Flughäfen wird abgeschoben, auch innerhalb Europas. Fast dreitausend „Dublin-Überstellungen“ waren es im vergangenen Jahr aus Deutschland. Die Grundlage für diese innereuropäischen Abschiebungen ist die sogenannte Dublin-II-Verordnung, in der geregelt ist, welches europäische Land für die Durchführung eines Asylverfahrens zuständig ist. Einfach gesagt, ist es der Staat, der „verschuldet“ hat, dass ein Flüchtling nach Europa gelangen konnte und Europa sich trotz militarisierter Außengrenzen mit Schutzsuchenden beschäftigen muss. Stellen Flüchtlinge einen Asylantrag in einem anderen Land, und ist dies beispielsweise durch einen Eintrag in der europäischen Datenbank für Fingerabdrücke EuroDAC festzustellen, werden sie in den „zuständigen“ Staat zurückgeschoben. Die europäischen Zentralstaaten (an ihrer Spitze Deutschland und Frankreich) haben sich damit ihrer Verantwortung für Flüchtlinge auf Kosten der Länder entledigt, die an den europäischen Außengrenzen liegen.

In Italien erwartet die Abgeschobenen dann ein Leben in Obdachlosigkeit und Armut, in Ungarn Haft unter besonders menschenunwürdigen Bedingungen oder in Malta völlige Perspektivlosigkeit. Viele fliehen daher erneut, um in anderen europäischen Staaten endlich Schutz zu finden oder zu Verwandten und Freund_innen zu gelangen – werden aber wie Spielbälle innerhalb Europas hin- und hergeschoben. Flüchtlinge wehren sich deshalb häufig gegen ihre Dublin-Rückschiebung und mit unseren Protesten wollen wir erreichen, dass das Dublin-II-System letztlich fallen muss!
(weiter…)

Manche wohnen hier Jahre

Containerunterkünfte für Flüchtlinge der Stadt Werne, Kreis Unna

Innenansichten (weiter…)

Wohnungen für Alle! in Velbert

+++ Demonstration in Velbert, 17.03.2012, 14:00 Uhr, Treffpunkt: Flüchtlingsheim Talstraße 24 +++

Seit längerem protestieren Bewohner_innen des Flüchtlingsheims Talstraße in Velbert gegen unhaltbare Zustände: Feuchtigkeitsschäden, Schimmel, mangelhafte Sanitäranlagen und nicht zuletzt die psychische Belastung durch die Sammelunterbringung. Die Stadt Velbert will die Unterkünfte nun zwar für ungefähr 1,8 Mio. Euro renovieren lassen, aber für die dort Lebenden würde sich damit nur die manchmal bereits Jahre andauernde Unterbringungssituation in einem sogenannten Übergangsheim verlängern: Daher fordern die Bewohner_innen weiterhin ihre dezentrale Unterbringung in Wohnungen statt teurer Sanierungskonzepte. Am 17.03. werden sie gemeinsam mit Unterstützer_innen auf die Straße gehen, um im Vorfeld der nächsten Stadtratssitzung ihr Anliegen erneut zu unterstreichen: „Wir wollen, dass das Heim geschlossen wird, und wir wollen in normalen Wohnungen leben.“ Im Rat der Stadt Velbert wird am 27.03.2012 ein Antrag auf die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge diskutiert werden.

Flüchtlingslager isolieren die dort Lebenden von der übrigen Bevölkerung. Lager sind daher ein wichtiger Baustein einer auf Abschiebung setzenden Flüchtlingspolitik, da sie deutlich machen, dass die Flüchtlinge kein selbstverständlicher Teil dieser Gesellschaft sind und dies auch nicht werden sollen.

Wohnungen für Alle!

Weitere Informationen: Bündnis Talstraße
Aufrufe von Unterstützer_innen: Antirassistische Perspektive Mülheim/ Antifa Höxter
Film- und Informationsveranstaltung „H“ wie Heimat (Düsseldorf)

Anreise aus der Region:
12:06 Uhr ab Kamen Bahnhof / Gleis 1
12:19 Uhr ab Dortmund Hauptbahnhof / Gleis 11
12:31 Uhr ab Bochum Hauptbahnhof / Gleis 3
12:44 Uhr an Essen Hauptbahnhof / Gleis 2
13:09 Uhr ab Essen Hauptbahnhof / Bussteig 4 / SB 19 Richtung Heiligenhausen
13:39 Uhr an Velbert Postamt

Weitere Anreisemöglichkeiten: http://talstrasse.blogsport.de/anreise/

Demonstration in Gedenken an Mohammad Sillah

Samstag, 14. Januar 2012 | Remscheid Hauptbahnhof | 15:00 Uhr Kundgebung | 16:00 Uhr Demonstration

Für freien Zugang zu Gesundheitsversorgung – für die Schließung aller Sammelunterkünfte und Isolationslager

Anlässlich des fünften Todestages von Mohammad Sillah rufen wir zu einer Demonstration in Remscheid auf.

Mohammad Sillah, ein Flüchtling aus Guinea, starb am 14. Januar 2007. Mohammad, der damals in einem Remscheider Flüchtlingsheim lebte, wurde Anfang 2007 trotz starker Schmerzen vom zuständigen Sozialamt die Ausstellung eines Krankenscheins verweigert. Einige Tage später trug ihn ein anderer Flüchtling zum Krankenhaus, weil der Hausmeister des Heims keinen Krankenwagen rufen wollte. Drei Tage später wurde Mohammad nach Essen in eine Klinik verlegt, wo er starb. Die Stadt Remscheid bestreitet bis heute, dass Mohammad Sillah die ärztliche Versorgung verweigert wurde.

Mit der Demonstration wollen wir auf die Situation der Flüchtlinge in Remscheid und vor allem auf die gesundheitliche Unterversorgung hinweisen und den Protest der Flüchtlinge stärken. Seit Mohammad Sillahs Tod haben sie durch kontinuierlichen und hartnäckigen Protest stückweise ihre Isolation durchbrochen und Erfolge erzielt. Wir haben in den vergangenen Jahren in Remscheid erlebt, dass der Zusammenhalt der Flüchtlinge die Stadtverwaltung Remscheid dazu brachte, einige ihrer Zermürbungsinstrumente zurückzunehmen. So wurde durch den ersten offenen Brief der Flüchtlinge vom Januar 2009 die menschenverachtende Praxis des Sozialamtes Remscheid für die Öffentlichkeit sichtbar. Die Anwesenheitskontrollen finden nicht mehr täglich sondern wöchentlich statt, „im Regelfall“ gibt es Bargeld statt Gutscheine und Krankenscheine für drei Monate. *mehr*

Einen Bericht von der Demonstration am 14. Januar 2011 und weitere Informationen findet ihr hier

Der rote Punkt

Alle Besitzer_innen eines „Ticket2000“, „Ticket1000“, eines Semester-, Firmen- oder Bärentickets sind berechtigt, an Werktagen nach 19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ganztägig eine oder mehrere Personen kostenlos mitzunehmen.

Aktion „ICH NEHM DICH MIT!“ im VRR

Obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, wächst seit Jahren die Zahl der von Armut betroffenen Menschen. Viele Menschen müssen in unserer Region von Hartz IV oder Sozialgeld leben. Hinzu kommen weitere von Armut Betroffene, die z.B. eine niedrige Rente beziehen, einen Lohn bekommen, der kaum zum Leben reicht, oder die auf Unterstützung als AsylbewerberInnen angewiesen sind. *mehr*